Schwierige Hunde zusammenwerfen ist kein Sozialtraining.
Bei uns gibt es keine Raufergruppe und kein „die müssen das untereinander klären“. Wir schaffen gezielt vorbereitete soziale Situationen mit passenden Hunden, damit dein Hund soziale Fähigkeiten nicht irgendwie, sondern unter Bedingungen lernen kann, unter denen Lernen überhaupt möglich ist.
Kein Hund sollte bedrängt oder überfordert werden, damit ein anderer an ihm soziale Fähigkeiten üben kann.
„Die müssen das untereinander lernen.“ Nein.
Nur weil Hunde miteinander interagieren, bedeutet das noch lange nicht, dass dabei gutes soziales Lernen stattfindet. Entscheidend ist, welche Erfahrungen die beteiligten Hunde in dieser Situation machen.
Schwierigkeiten verschwinden nicht, wenn wir sie aufeinanderprallen lassen.
Ein Hund, der Grenzen schlecht erkennt, sehr aufdringlich wird oder schnell eskaliert, lernt nicht automatisch gutes Sozialverhalten, nur weil sein Gegenüber irgendwann deutlicher werden muss.
Ein anderer Hund ist nicht dafür zuständig, Verhalten zu korrigieren.
Wenn ein Hund ausweicht, einfriert oder Distanz fordert und trotzdem weiter bedrängt wird, warten wir nicht darauf, dass er irgendwann deutlicher werden muss.
Überforderung ist kein notwendiger Teil sozialen Lernens.
Lernen wird wahrscheinlicher, wenn Hunde wahrnehmen, reagieren, Abstand herstellen und sich auch wieder aus einer Interaktion lösen können.
Würden wir Menschen mit Schwierigkeiten im Sozialverhalten zusammensetzen und sagen: „Klärt das mal untereinander“?
Stell dir vor, jemand erkennt Grenzen anderer Menschen schlecht, kommt ständig zu nah, reagiert schnell impulsiv oder fühlt sich in sozialen Situationen sehr schnell bedroht.
Würden wir mehrere Menschen mit genau diesen Schwierigkeiten zusammenbringen und darauf hoffen, dass sie sich gegenseitig soziale Kompetenz beibringen?
Wahrscheinlich würden wir geeignete Situationen schaffen, passende Sozialpartner auswählen, unterstützen und die Schwierigkeit sinnvoll dosieren.
Genau das möchten wir auch für Hunde.
Sicherheit vor Verletzungen ist nicht automatisch eine gute Lernsituation.
Ein gut aufgebauter Maulkorb kann ein sehr sinnvolles Sicherheitsinstrument sein. Auch wir nutzen ihn dort, wo zusätzliche Absicherung sinnvoll ist.
Aber wenn ein Hund einen anderen massiv bedrängt, während dieser ausweicht, einfriert oder immer deutlicher Grenzen setzen muss, wird die Situation nicht automatisch sinnvoll, nur weil eine Verletzung unwahrscheinlicher wird.
Ein Maulkorb kann Verletzungen verhindern. Er kann Überforderung nicht verhindern.
Zwischen „Kontakt vermeiden“ und „die regeln das schon“ liegt ziemlich viel.
Genau dort findet unsere Sozialkontaktstunde statt. Wir möchten Kontakt nicht möglichst schnell herstellen, sondern Situationen schaffen, in denen beide Hunde etwas Sinnvolles erfahren können.
Hunde in Situationen bringen und hoffen, dass es schon irgendwie klappt.
Sozialkontakte vorbereiten, begleiten und passend zum Hund gestalten.
Was soll dein Hund dabei eigentlich lernen?
Nicht jeder Hund braucht dieselben Erfahrungen. Deshalb sieht Sozialkontakt bei verschiedenen Hunden auch unterschiedlich aus.
Grenzen wahrnehmen
Signale eines anderen Hundes erkennen und angemessen darauf reagieren.
Abstand herstellen
Erleben, dass Distanz möglich ist und eigene Distanzwünsche respektiert werden können.
Annäherung regulieren
Einen anderen Hund wahrnehmen, ohne sofort in ihn hineinlaufen oder Kontakt herstellen zu müssen.
Sich wieder lösen
Eine Interaktion beenden, Abstand gewinnen und nach Aufregung wieder herausfinden.
Sozialverhalten lernt man auch nicht in Isolation.
Management, Abstand und das Vermeiden zu schwieriger Situationen können notwendig und absolut sinnvoll sein. Ein Hund muss nicht in Situationen gebracht werden, die er aktuell nicht bewältigen kann.
Aber Management allein vermittelt noch keine neuen sozialen Fähigkeiten. Irgendwann stellt sich deshalb die Frage, welche Erfahrungen dein Hund braucht, damit er mit anderen Hunden zunehmend besser umgehen kann.
Sozialkontakt beginnt bei uns vor dem ersten Kontakt.
Bevor wir Kontakte gestalten, möchten wir deinen Hund kennen, wichtige Basics aufbauen und wissen, welche Erfahrung für ihn aktuell überhaupt sinnvoll ist.
Erstgespräch
Wir lernen dich und deinen Hund kennen und schauen auf Vorgeschichte, Verhalten gegenüber anderen Hunden, bisherige Erfahrungen und eure Ziele.
Ein bis zwei Einzelstunden
In der Regel bauen wir zunächst die Grundlagen auf, die dein Hund später in sozialen Situationen nutzen kann. Welche das sind, entscheiden wir individuell.
Passenden Sozialpartner auswählen
Nicht nur Größe, Alter oder Geschlecht zählen. Kommunikationsstil, Temperament, Bedürfnisse, Erfahrungen und Trainingsziel spielen eine wichtige Rolle.
Sozialkontakt gestalten
Wir schaffen eine passende Situation, beobachten genau und unterstützen dort, wo einer der Hunde Unterstützung braucht.
Manchmal ist der beste Sozialkontakt noch gar kein direkter Kontakt.
Vielleicht laufen zwei Hunde zunächst mit Abstand gemeinsam. Vielleicht gibt es kurze Annäherungen und anschließend wieder Distanz. Vielleicht erkunden sie gemeinsam eine Umgebung.
Und manchmal ist freie Interaktion irgendwann genau der passende nächste Schritt.
Der Kontakt richtet sich nach dem Hund. Nicht der Hund nach dem Trainingsformat.
Du sollst verstehen, was zwischen den Hunden passiert.
Während der Sozialkontaktstunde beobachten wir nicht einfach nur die Hunde. Wir erklären dir, was du gerade siehst und welche Signale relevant sein können.
Wie nähert sich ein Hund an? Wie reagiert sein Gegenüber? Wird ein Distanzwunsch wahrgenommen? Kann ein Hund eine Interaktion unterbrechen?
Wir besprechen, wann Unterstützung sinnvoll ist und wann Hunde eine Situation selbst gut miteinander lösen können.
So kannst du die Kommunikation deines eigenen Hundes zunehmend besser einordnen und früher erkennen, was er in einer Situation gerade braucht.
Keine offene Spielgruppe. Keine spontane Anmeldung.
Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass wir dich und deinen Hund bereits kennen. Nur so können wir einschätzen, welcher Aufbau und welcher andere Hund für die nächsten Schritte sinnvoll sind.
Noch etwas unklar?
Nicht jeder Hund braucht denselben Trainingsweg. Deshalb schauen wir bei Sozialkontakten lieber individuell hin.
Muss mein Hund frei mit anderen Hunden laufen?
Mein Hund gilt als unverträglich. Kann er trotzdem teilnehmen?
Muss mein Hund mit dem anderen Hund spielen?
Darf mein Hund einen Maulkorb tragen?
Was passiert, wenn mein Hund keinen direkten Kontakt möchte?
Warum braucht es vorher ein Erstgespräch?
Kann ich auch einmal ohne meinen Hund zuschauen?
Unser Ziel ist nicht möglichst viel Hundekontakt. Unser Ziel sind gute soziale Erfahrungen.
Mit passenden Sozialpartnern, einem individuellen Aufbau und Unterstützung genau dort, wo dein Hund sie braucht.
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